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Spielstrategien Istanbul - Teil 2: die Teestube

Eintrag vom 13.02.2022

Zu meinem letzten Geburtstag habe ich das Brettspiel Istanbul geschenkt bekommen. Ich möchte in dieser Serie von Blogeinträgen das Spiel etwas genauer analysieren und ein paar Modellrechnungen zu Spielstrategien durchführen.

Spielstrategien zu Istanbul - Teil 1: die Teestube

Beim Spielen des Einstiegsaufbaus Kurze Wege (siehe Abbildung) ist mir aufgefallen, dass man eine recht einfache Route zum Sieg einschlagen kann, ohne auf den fünften Gehilfen, einen ausgebauten Karren oder die seltene Ressource Schmuck angewiesen zu sein. Vorraussetzung dafür ist, dass man als erster in der kleinen Moschee das rote Hilfsplättchen für das Würfelglück abgestaubt hat (wenn man nicht erster ist, benötigt man einen erweiterten Karren und verliert wertvolle Runden).

Ich gehe im Folgenden davon aus, dass die Spielregeln von Istanbul bekannt sind.

in medias res: die Abfolge der Züge

Man beginnt damit, im Tuchlager genug Ware einzuladen, um in der kleinen Moschee das gewünschte Plättchen zu holen, mit dem man den Würfel entsprechend drehen kann. Anschließend muss man noch einmal den Brunnen aufsuchen, kommt danach aber mit 4 Orten aus, so dass man bis zum Ende des Spiels seine Gehilfen immer wieder aufsammeln und damit den Brunnen meiden kann. Die Abfolge zum Spielbeginn lautet

Danach verfährt man nach folgendem Flussdiagramm

Strategie Teestube

Verfolgt man diese Strategie, dann besucht man die Orte normalerweise nach folgendem Muster:

Wann immer genug Geld erwirtschaftet wurde, plant man einen Besuch beim Edelsteinhändler ein. Wichtig ist, dass die Priorität auf der Teestube liegt, da man dort im Schnitt mehr Geld erhält, als auf dem Marktplatz (da wir nur mit Gewürzen handeln und maximal 5 Lira für 2 Ressourcen erhalten). Wie wir hier bereits gelernt haben, beträgt der Erwartungswert in der Teestube mit dem Moscheeplättchen 7.3 Lira.

Abschätzung der Anzahl an Zügen zum Gewinnen

Insgesamt erwarten wir also bei einer Iteration der Orte

dass wir 18,6 Lira erhalten, was für einen Rubin beim Edelsteinhändler reichen sollte. Man könnte daher von folgendem Ablauf ausgehen:

Mit dieser Abfolge brauchen wir also die 4 initialen Züge und anschließend pro Edelstein 6 Züge mehr, was bei zwei Spielern 40 Züge bedeutet. Bei 3 oder mehr Spielern wären wir bei 34 Zügen. Allerdings lässt sich das ganze noch ein wenig optimieren, denn zwischen den Besuch auf dem kleinen Markt und dem Edelsteinhändler könnte man auch noch eine Runde in der Teestube einbauen (man erinnere sich: dort ist die Gewinnspanne einfach am Größten). Das zusätzlich Geld verwenden wir, um uns zu einem späteren Zeitpunkt einen Besuch auf dem Markt zu erspraren:

Mit dieser Abfolge erhält man im Erwartungswert 59,1 Lira, was ohne Probleme für 3 Edelsteine reichen sollte. Wir wären damit bei 14 Zügen für drei Edelsteine. Mit den initialen 4 Zügen hätten wir also nach 32 Zügen eine Zweierpartie gewonnen. Eine Mehrspielerpartie könnten wir vermutlich sogar in 4 + 14 + 8 = 26 Zügen gewinnen, indem wir für den vierten und fünften Edelstein folgendes Muster anwenden:

Bewertung der Strategie

Insgesamt scheint die Strategie nicht die Beste Möglichkeit zu bieten, das Spiel zu gewinnen. In der Tablet-Version des Spiels habe ich die Erfahrung gemacht, dass selbst bei schwierigeren Karten (Lange Wege oder Zufallskarten) in aller Regel nach 20 bis 25 Zügen das Spiel zu Ende ist. Daher scheint die Teestubenstrategie kaum dafür zu taugen, das Spiel möglichst schnell zu gewinnen.